Herbstzeit: Loslassen

Aktualisiert: 8. Mai 2018

Wer lässt schon gerne los? Statt uns von dem zu trennen, was schlicht und einfach vorbei ist, uns nicht mehr gut tut oder uns stresst, halten wir dennoch fest und lassen nur ungern los.Dabei ist Loslassen etwas ganz natürliches und gehört, wie uns die Natur vorlebt, zu jedem natürlichen Wachstumsprozess.



Warum lassen wir denn so ungern los? Ob es daran liegt, dass wir glauben durch Besitztum reich zu sein? Und durch Nichthaben arm?

Vielleicht gibt es ja für alles eine natürliche Zeit? Eine natürliche Zeit für einen natürlichen Reichtum und somit ebenso Zeit, für eine natürliche Armut. Im Frühling ist es doch essenziell, dass die Natur sich ausbreitet und bis an ihr Maximum wächst, um im Sommer das gewachsene Maximum mit seinen Blüten, in Früchte zu wandeln und diese reifen zu lassen. Im Herbst wenn die Ernte eingeholt, verarbeitet und als Vorrat für die Winterzeit angelegt wurde, dann lässt die Natur los. Sie lässt ihre Blätter los, welche ihr selbst als Nahrung für die kommende Winterzeit dienen. Sie lässt schwache und alte Äste los – und dies alles ganz leise, ohne sich zu beklagen, in Würde und in einer Farbenpracht, die mich jedes Jahr aufs Neue wieder berührt. Ja, die Natur lässt los, was sie in diesem Zyklus aufgebaut und erschaffen hat – im Wissen, dass sie im Frühling erneut erblühen und heranwachsen wird. Das gehört zum natürlichen Zyklus der Natur und ist ihre Urkraft.

Die Essenz des Herbstes könnte somit, nebst der reichen Ernte, auch der Beginn der Leichtigkeit durch Loslassen/Verlieren sein.

Was wollen bzw. sollen wir verlieren? Wo tut es gut zu verlieren? Welcher Verlust würde uns im Grunde bereichern?

Als Teil der Natur sind wir eingebunden in die Rhythmen der Jahreszeiten. Der Herbst ist eine gute Zeit, um dankbar loszulassen und das zu feiern, was war. Was wir loslassen, wird uns eines Tages als «Erfahrungskompost» dienen.

So nimmt alles irgendwann ein Ende und wie es uns die Natur vorlebt, ist da wo ein Ende ist, auch ein Anfang.


© Bild & Text: Suzane Brunner Zeltner

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